21-04-2018 





Boxkino wird zu klein

Geschrieben von SG am 23.12.10 um 16:24 Uhr • Kommentare (0) • Artikel lesen

Kategorie: Thüringer Allgemeine

Vor drei Jahren richteten sich die Boxer um Holger Stitz im ehemaligen Kino in der Leinefelder Südstadt ein. Für die damaligen Zwecke war die Fläche auch ausreichend. Doch durch die vielen neuen Mitglieder werden die Räumlichkeiten zu klein. So gibt es für die Sportlerinnen und Sportler keine getrennten Umkleidekabinen, einen Raum für die vielen Trainingsutensilien und die Boxhandschuhe sucht man auch vergebens.

LEINEFELDE. "2007 hat die Fläche noch ausgereicht, aber jetzt ist alles zu beengt", sagt Holger Stitz, Leiter des Boxkinos, der dort auch gleichzeitig als Trainer fungiert. Das jüngste Mitglied im Boxkino ist sechs Jahre und das älteste 56. Aber es wird nicht nur geboxt in den Räumen der Boxabteilung des SC Leinefelde. In Zusammenarbeit mit der Villa Lampe Heiligenstadt ist Stitz auch auf dem sozialen Sektor tätig, den er aber noch ausbauen möchte. Betreuung von Mädchen und Jungen während der Freizeit, das ist dem Hauröder wichtig. So will er den Nachwuchs, der übrigens aus dem ganzen Eichsfeld kommt, auch bei so simplen Sachen wie Hausaufgaben unterstützen.

Mit Schulprojekten sollen neue Mitglieder gewonnen werden, und auch anderen Sportlern bietet er seine Dienste an. Ein Angebot, das gern angenommen wird, da es für die Sportler der anderen Sportarten eine willkommene Abwechslung ist. Nur für all das werden die Räumlichkeiten zu eng. Stitz sucht fieberhaft nach Lösungen, um den 40 Mitgliedern des Boxkinos bessere Bedingungen bieten zu können. Bis vor drei Jahren stieg Holger Stitz selbst noch in den Ring. "Ich konnte mich nie richtig entscheiden, aber beim Kampf am 27. September 2007 stieg ich aus dem Ring und sagte: Das war’s", schaut der heute 38-Jährige auf den Fight gegen Roman Meyer vom PSV Erfurt bei der Erfurter Boxnacht zurück.

Stitz wollte es unbedingt noch einmal wissen und zur Deutschen Meisterschaft. Aber nachdem er gegen Meyer verloren hatte, fasste er den Entschluss, nur noch als Trainer zu arbeiten. "Das war aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung. Wegen den Jungs wollte ich ja schon viel eher aufhören, aber es hat mich immer wieder gereizt, selbst in den Ring zu steigen", sagt Holger Stitz, der kürzlich als Trainer des Jahres geehrt wurde. Rund 200 Mal stieg er in den Ring, hatte Spaß am Kämpfen, doch dann "war das Kribbeln weg". Heute gibt der B-Lizenzinhaber seine Erfahrungen und Kenntnisse an den Nachwuchs weiter.

Alles angefangen hatte für ihn 1981 in der Boxhalle in Geisleden, dann wechselte er zum Judo. Ab 1983 trainierte er dann wieder unter Trainer Manfred Hopisch. Schlimm war für den Vollblutboxer das Jahr der politischen Wende. "Mittwochs haben wir noch trainiert, und freitags war auf einmal alles vorbei", erinnert sich Stitz. Bis 1991 dauerte es dann, bevor es wieder mit dem Boxen losging. "Ich habe meinen Kumpel Maik Heiderich in Heiligenstadt im Fitness-Studio getroffen, und wir entschlossen uns, gemeinsam zu trainieren." Die Einheiten absolvierten beide in einer Garage oder in einer Scheune in Bodenrode, eingerichtet war die Trainingsstätte eher sporadisch, vergleicht man sie mit den heutigen Bedingungen im Boxkino mit einem Ring, Fitnessgeräten und mehren Sandsäcken.

Nach einer Übergangszeit in Eschwege schloss sich Stitz dem Verein in Bodenrode an, gründete eine Boxabteilung und trainierte sich selbst und Nachwuchskräfte zehn Jahre lang unweit des Sportplatzes. Doch 1997 hieß es Abschied nehmen und ein neues Domizil suchen. Dies fanden die Boxer in Leinefelde. Stetig wuchs die Mitgliederzahl im Boxkino an. Die Erfolge blieben nicht aus. Jüngst wurde Annabelle Fiedler als 15-Jährige Deutsche Meisterin. Sie und die 13-jährige Bjodina Dermarku zählt Stitz zu seinen größten Talenten. Aber auch bei den Jungs habe er viele Talente in seiner Abteilung. So die beiden zehnjährigen Lukas Wiechmann und Casey Heiderich. Im Seniorenbereich führt Angelo Schenk die Riege an.

Auf die Rückkehr von Jürgen Brückner von der Bundeswehr freut sich Stitz. "Jürgen hatte sich im Superschwergewicht deutschlandweit schon einen Namen gemacht." Für die Zukunft hat er viel vor. Die Zusammenarbeit mit den Schulen soll noch ausgebaut werden. Annabelle Fiedler will er mit seinem Team 2011 bis zur Europameisterschaft führen. "Ein weiter Weg", weiß nicht nur Stitz. Natürlich sollen bei den vielen anderen Wettkämpfen die besten Platzierungen herausspringen. Einen großen Traum hat der Hauröder: "Ein Olympiasieger 2020 aus unseren Reihen, zumindest einer, der bei uns im Verein mit dem Boxen angefangen hat, ist das Ziel!" sg

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